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Nachhaltigkeit zum Nachrechnen

Aus Systalen entstehen immer neue hochwertige Kunststoffprodukte. Weil das natürliche Ressourcen schont, tragen viele dieser Produkte den Blauen Engel. Weitere Vorteile für die Umwelt weist der Grüne Punkt nun mit Ökoprofilen nach.

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ystalen ist ein Rezyklat, das heißt, es entsteht nicht aus Erdöl, sondern aus gebrauchten Kunststoffen, die schon einen vollständigen Lebenszyklus hinter sich haben. Um die Vorteile für die Hersteller von Kunststoffprodukten sicher zu belegen, hat der Grüne Punkt bereits 2015 ein erstes Ökoprofil für Systalen berechnet. Inzwischen hat der Recycler die Berechnung der Ökoprofile für Systalen-Granulate vervollständigt und kann diese für alle Kunststoffarten ausweisen. „Unsere Kunden können damit per Mausklick berechnen, welchen Vorteil der Einsatz von Systalen gegenüber neuem Kunststoff bringt“, erläutert Grüner-Punkt-Geschäftsführer Dr. Markus Helftewes. „Der Beitrag zur Nachhaltigkeit lässt sich damit genau beziffern und auf einzelne Endprodukte herunterbrechen.“

Die Berechnung erfolgte durch die Experten des IFEU Heidelberg, analog zur Systematik der vom Verband der Kunststoffhersteller Plastics Europe veröffentlichten Ökoprofile. Auch der Vergleich der zur Herstellung von Systalen ermittelten Aufwände erfolgte mit diesen aktuellen Datensätzen für Neuware. Damit ist eine methodische Vergleichbarkeit gewährleistet.

In das Produkt-Ökoprofil werden alle Aufwände einbezogen, die die Herstellung des Rezyklates verursacht, so auch die Sammlung und Sortierung des Ausgangsmaterials sowie die Verwertung aller anfallenden Reststoffe. Im Gegensatz zu einer Ökobilanz, die den gesamten Lebenszyklus eines Produktes oder einer Dienstleistung berechnet, betrachten Ökoprofile nur einen Ausschnitt des Lebensweges.

Somit sind die Rohstoffgewinnung und -aufbereitung, die Ener­giebereitstellung und die Produktionsschritte bis zum untersuchten Rezyklat im Ökoprofil enthalten. Sämtliche Rohstoffentnahmen sowie Emissionen in Luft und Wasser entlang dieser Prozesskette werden berücksichtigt, nicht jedoch weitere Verarbeitungsschritte, die Herstellung von Folgeprodukten, die Nutzungsphase und die Entsorgung des Produktes. Auch Vorteile oder Gutschriften, die sich durch die Verwertung anfallender Nebenprodukte ergeben, werden nicht einbezogen.

Die Ergebnisse hängen von der Kunststoffart und von der produzierenden Anlage ab. „Die Analysen unserer Herstellungsprozesse sind so genau und detailliert, dass wir sie nutzen können, um die Technik an den Standorten weiter voranzubringen“, so Michael Wiener, CEO der Duales System Holding. „Damit unterstreichen wir den Wert von Systalen für eine nachhaltige Wirtschaftsweise unserer Kunden.“

Neben der Einsparung von Treibhausgasen werden in den nun vorliegenden Ökoprofilen, wie in den Plastics-Europe-Datensätzen, weitere relevante Kategorien wie Einflüsse auf den primären Energieverbrauch und die Versauerung von Böden und Gewässern ausgewertet. Auch hierbei bietet Systalen klare Vorteile: Systalen statt neuen Kunststoff zu verwenden macht ein Produkt also nachhaltiger.

Fotos: Duales System Holding/Matthias Heynen