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Klimaschutz statt Müllkippe

Das duale System leistet seit mehr als 25 Jahren einen wichtigen Beitrag zum Umwelt­, Ressourcen­ und Klimaschutz. Das bestätigt eine Studie des Freiburger Öko­Instituts. Gleichzeitig zeigt sie, dass im Recycling von Wertstoffen noch eine Menge Potenzial steckt.

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Durch die Verwertung von Leichtverpackungen aus Kunststoffen, Metallen und Verbunden schont das duale System die Umwelt in vielerlei Hinsicht: geringere Versauerung der Böden, weniger Überdüngung, weniger Einsatz von fossilen Brennstoffen wie Kohle und Öl. Die Atmosphäre wird durch das Recycling von Leichtverpackungen aus der Gelben Tonne und dem Gelben Sack jedes Jahr um 1,9 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente entlastet. Nimmt man das Recycling von Glas sowie Papier und Pappe dazu, beträgt die Entlastung sogar 3,1 Millionen Tonnen.

Immenser ökologischer Beitrag
Die umfassende Untersuchung des Öko-Instituts zeigt zudem, dass die Verwertung von Leichtverpackungen überdurchschnittlich stark zum Klimaschutz beiträgt – pro Tonne etwa 19 Mal mehr als die Entsorgung von Restmüll, der überwiegend in Müllverbrennungsanlagen beseitigt wird. Apropos Restmüll: Dessen Menge ist von 1990 bis 2014 um 57 Prozent deutlich gesunken. Das liegt vor allem daran, dass viel mehr getrennt erfasst wird – Papier, Pappe, Karton, Glas und Leichtverpackungen.

Insgesamt bescheinigt die Studie dem Grünen Punkt einen immensen ökologischen Beitrag. Und dieser lässt sich in Zukunft sogar noch steigern: etwa durch bessere Sortiertechnik, leichtere Sortierung in den Haushalten und die Ausweitung der Produktverantwortung auf weitere Abfälle. Mehr als 4,7 Millionen Tonnen klimaschädliche Treibhausgase könnten auf diese Weise jährlich eingespart werden.

Politiker sind am Zug
Als weiteres Ergebnis haben die Forscher des Öko-Instituts festgestellt, dass die stoffliche Verwertung von Wertstoffen besser für die Umwelt ist als die energetische. Und dieser Effekt dürfte sich in den kommenden Jahren noch verstärken: Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung steigt und verringert den ökologischen Mehrwert der Strom- und Wärmegewinnung durch energetische Verwertung.

Die Politik spielt bei der weiteren Entwicklung des Recyclings eine wichtige Rolle, lautet die Einschätzung der Wissenschaftler aus Freiburg. Auf Basis ihrer Untersuchung schlagen sie unter anderem die Einführung ambitionierterer Recyclingquoten und Anreize für die Verwendung wiederverwertbarer Materialien in Leichtverpackungen vor.

Unter http://www.gruener-punkt.de/oeko-studie steht die Studie zum Download zur Verfügung.

Illustration: Duales System Holding/Matthias Heynen (unter Verwendung von: fotolia/faber14 und fotolia/Rogatnev)