First Car Ferry Powered by Electric Drive System

Volle E-Kraft voraus

 

This unique solution is a result of a competition that the Ministry of Transport and Communications and the Norwegian Public Roads Administration launched in 2010. The one succeeding to develop a solution for an electrical ferry would receive a concession for 10 years.

Sie schippert nicht auf großen Ozeanen, sondern nur auf einem norwegischen Fjord. Dennoch ist die „Ampere“ ein Novum: Sie ist die weltweit erste elektrische Auto­ und Passagierfähre. Seit kurzem im Dienst, stößt sie keinerlei Kohlendioxid aus.

Bis zu 360 Passagiere und 120 Autos finden auf der „Ampere“ Platz. Das Elektroschiff ist 80 Meter lang und 20 Meter breit. Täglich 34 Mal pendelt es zwischen Oppedal, das sich etwa 100 Kilometer nördlich von Bergen befindet, und dem etwa fünf Kilometer entfernten Lavik hin und her. Es stromert geräuschlos, emissionsfrei und sehr effizient über den Sognefjord, denn der Rumpf besteht nicht wie üblich aus Stahl, sondern aus Aluminium. Die „Ampere“ wiegt deshalb nur halb so viel wie ein Stahlschiff vergleichbarer Größe.

Gebaut hat die Elektrofähre der Technologiekonzern Siemens zusammen mit der norwegischen Werft Fjellstrand. Die Idee für elektrische Schiffe ist nicht neu: Seit mehr als 100 Jahren gibt es elektrische U-Boote. Siemens-Mitarbeiter wollten das Antriebskonzept auf Schiffe der Gegenwart übertragen und versuchten Ende der 90er Jahre, ein erstes Modell zu entwickeln. Damals war allerdings der Markt noch nicht bereit für die Technik. Anders heute, da Umweltthemen inzwischen eine höhere Bedeutung zukommt.

Geeignete Lösung für schwaches Stromnetz
Angetrieben wird die „Ampere“ von zwei Elektromotoren, die von Lithium-Ionen-Akkus mit Energie versorgt werden. Im Inneren des Schiffs sowie in den Häfen von Lavik und Oppedal befindet sich jeweils ein Batteriepaket, jedes davon mit einer Kapazität von 1.600 Standard-Autobatterien. Während Passagiere an den Anlegepunkten von Bord gehen, wird die Schiffsbatterie geladen. In der Nacht werden die Batterien direkt aus dem Netz aufgefüllt.

The world's first electrically driven car ferry of the Norwegian shipyard Fjellstrand. The pictures shows the batterys.

Dieses Konzept hat den Vorteil, dass die Lithium-Ionen-Akkus langsam aufgeladen werden können. Denn das Stromnetz in der ländlichen Region ist schwach; würde die Elektrofähre in kurzer Zeit viel Energie aus dem Netz ziehen, gingen in allen Häusern die Waschmaschinen aus.

Der gesamte Strombedarf des Elektroschiffs liegt bei rund zwei Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Ein konventionelles Schiff vergleichbarer Größe verbrennt dagegen etwa eine Million Liter Diesel jährlich und pustet dabei 570 Tonnen Kohlendioxid in die Luft. Und das ist noch nicht alles: Der Strom für die „Ampere“ entsteht vollständig aus Wasserkraft. Daher ist er nicht nur günstiger als Diesel, das Schiff stößt zudem auch indirekt kein Gramm Kohlendioxid aus.

Stromer mit Potenzial
Siemens und der Schiffsbauer Fjellstrand sind der Ansicht, dass Elektrofähren wie die „Ampere“ künftig auch in anderen Teilen der Welt Dieselschiffe ablösen können. Das wird auch dadurch begünstigt, dass Batterien immer leistungsfähiger und günstiger werden. In Bau und Einsatz von schwimmenden Elektrofahrzeugen liegt also eine Menge Potenzial – für einen „grünen“ Transport zur See und somit für die Umwelt.

Fotos: www.siemens.com/pof