Altes Brot - Entsorgung

Zu gut für die Tonne

Auf dem Weg zum Verbraucher geht ein Drittel der weltweit produzierten Nahrung verloren oder wird verschwendet. Diese Entwicklung möchte die Initiative „Save Food“ stoppen. Sie packt das Problem von verschiedenen Seiten an und erarbeitet Lösungen gegen die Verschwendung von Nahrungsmitteln und den Hunger in der Welt.

Die Zahlen sind erschreckend: 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel werden auf unserem Planeten jedes Jahr verschwendet. Das ist mehr als das vierfache Gewicht der gesamten Weltbevölkerung. Und die Verluste haben nicht nur wirtschaftlich betrachtet negative Folgen: Für die Produktion, den Transport, die Lagerung und Vermarktung der Lebensmittel werden riesige Mengen an Energie, Wasser und Land benötigt.

Dieses Problem lässt sich nur global und mit Blick auf verschiedene Bereiche bekämpfen. Das haben die Welternährungsorganisation (FAO), das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), die Messe Düsseldorf und die interpack, Weltleitmesse für Verpackung und Prozesse, erkannt und sagen gemeinsam mit über 100 Mitgliedern – darunter auch der Grüne Punkt – der Nahrungsmittelverschwendung den Kampf an.

Viel zu viele Lebensmittel werden heutzutage unnötig entsorgt; so wie bei vielen Bäckern das Brot vom Vortag (oben). Früher machte man daraus zum Beispiel „Arme Ritter“ (kleines Bild).

Appell an Verbraucher
Auf verschiedenen Ebenen arbeiten die Beteiligten daran, Lösungen zu finden. Unter anderem geht es darum, bessere Methoden für Ernte und Lagerung von Lebensmitteln zu entwickeln sowie nachhaltige Konzepte für Produktion und Verpackung anzustoßen. Aber nicht nur die Wirtschaft, auch jeder Bürger ist gefragt. Früher wurde altbackenes Brot in „Arme Ritter“ verwandelt, heute kommt es oft in die Tonne, weil es nicht frisch genug ist. Die Initiative „Save Food“ hat sich daher zur zentralen Aufgabe gemacht, das Bewusstsein der Verbraucher zu schärfen, damit Essbares nicht auf dem Müll landet.

Dabei gibt es bereits verschiedene Ansätze, um noch brauchbare Lebensmittel zu verwerten. Das Berliner Restaurant „Restlos glücklich“ etwa kocht mit geretteten Zutaten. Und mit der App „Too good to go“ (etwa: zu gut, um weggeworfen zu werden) gibt es überschüssige Nahrungsmittel aus Restaurants, Imbissbuden und Cafés zu einem günstigen Preis. Das funktioniert so: Die Gastronomiebetriebe bieten über die App Speisen an, die sie am Abend übrig haben. Kunden können diese reservieren und vor Ort abholen. Ein simples Konzept mit nachhaltiger Wirkung.

Und darum geht es allen Beteiligten von „Save Food“: Entscheider und Verbraucher dafür sensibilisieren, dass sie etwas bewirken können – gegen die Verschwendung von Lebensmitteln und für die Umwelt.

Informationen zu der globalen Initiative sind auf http://www.save-food.org zu finden.

Fotos: picture alliance/Willfried Gredler-Oxenbauer/picturedesk.com; picture alliance/Foodcollection