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Großes Kino für den Schutz der Meere

Die Lage ist mehr als dramatisch: Acht Millionen Tonnen Plastik gelangen jährlich in die Meere. Das entspricht einem Müllwagen pro Minute, der in die Ozeane entleert wird. Laut einer Studie, die das Weltwirtschaftsforum in Auftrag gegeben hat, wird das Verhältnis von Fischen zu Plastik bereits im Jahr 2050 eins zu eins betragen, wenn wir so weitermachen wie bislang. Dieser Entwicklung arbeiten Aktive an verschiedenen Stellen entgegen – durch Aufklärung und Gespräche mit betroffenen Branchen.

Das Plastikmüll-Problem in den Weltmeeren ist real. Jedes Jahr sterben etwa eine Million Seevögel und 100.000 Meeressäuger, weil Plastikteile in ihren Mägen landen oder weil sie sich in alten Fischernetzen verfangen. 276 dieser Teilchen fanden Wissenschaftler beispielsweise im Körper eines 90 Tage alten Seevogels, heißt es im Dokumentarfilm „A Plastic Ocean“ („Ein Meer aus Plastik“). Für diesen haben sich Forscher und Aktivisten auf eine vier Jahre währende Expedition begeben, um herauszufinden, wie groß das Plastikmüll-Desaster in den Ozeanen wirklich ist. Der Grüne Punkt hat die aufwendige Produktion finanziell unterstützt. Seit Anfang des Jahres ist der Film im Internet und bei vereinzelten Vorführungen zu sehen.

Runder Tisch gegen Meeresverschmutzung
Über Möglichkeiten zur Bekämpfung des Plastikmüll-Problems sprechen auch Politiker, Umweltschützer, Wissenschaftler und Vertreter betroffener Branchen – darunter Fischerei, Einzelhandel und die Kunststoffindustrie. Seit 2016 diskutieren sie an einem Nationalen Runden Tisch, den das Bundesministerium für Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) initiiert hat, darüber, wie sich eine intakte Meeresumwelt wiederherstellen lässt. Die Initiative erarbeitet konkrete Schritte, um der Müllbelastung in den Meeren Herr zu werden. Der Grüne Punkt sitzt mit am Runden Tisch und wirbt dafür, Kunststoffabfälle als Rohstoffquelle zu erkennen – als solche hat Kunststoff einen Wert und sollte weiter genutzt werden.

„Fishing for Litter“ in Nord- und Ostsee
Fischer sind in einem weiteren Projekt aktiv: Im Rahmen der Initiative „Fishing for Litter“ („Müll fischen“) des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) geben sie Müll im Hafen ab, der in der Nord- und Ostsee als Beifang in ihren Netzen gelandet ist. Der Müll, der zum großen Teil aus Kunststoffen besteht, wird von Experten der Hochschule Magdeburg-Stendal analysiert – gemeinsam mit Partnern, unter anderem auch dem Grünen Punkt sucht man nach Verwertungsmöglichkeiten. Mitte März 2017 stellten die Projektpartner erste Ergebnisse der Analysen in Berlin vor. Schon seit 2011 sind NABU und Grüner Punkt gemeinsam bei diesem Thema aktiv. An vielen Stellen lässt sich eine Verbesserung der aktuellen Situation erreichen. Und das macht auch der Film „A Plastic Ocean“ deutlich: „Ein Wandel ist möglich“, sagt Regisseur Craig Leeson, „er beginnt mit uns.“

Die globale Verschmutzung der Meere zeigt sich mitunter auf schockierende und bewegende Weise. Viele tausend Meeresbewohner verenden qualvoll durch Plastikmüll in ihrem Lebensraum
Die globale Verschmutzung der Meere zeigt sich mitunter auf schockierende und bewegende Weise. Viele tausend Meeresbewohner verenden qualvoll durch Plastikmüll in ihrem Lebensraum
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Nach Schätzungen des Naturschutzbundes gelangen jedes Jahr etwa 20.000 Tonnen Müll allein in die Nordsee. Deshalb unterstützt der Grüne Punkt das 2010 vom NABU ins Leben gerufene Projekt „Fishing for Litter“
Auf einer Fachveranstaltung in Berlin diskutierten Experten im März 2017 die Ergebnisse
Auf einer Fachveranstaltung in Berlin diskutierten Experten im März 2017 die Ergebnisse

Weitere Informationen unter www.fishing-for-litter.de und www.plasticoceans.org/film