Für eine echte Kreislaufwirtschaft

481 Kilogramm Abfall produziert jeder EU-Bürger durchschnittlich pro Jahr. Wohin damit? Die Europäische Union (EU) will eine gemeinsame Verwertungsstrategie finden – denn noch agieren die Länder sehr unterschiedlich. In Frankreich gibt es für Siedlungsabfälle beispielsweise noch Deponien, was in Deutschland schon lange verboten ist. Dänemark setzt auf Müllverbrennung, andere Mitgliedstaaten auf ein duales System. Trotzdem sollen vergleichbare Standards kommen – durch das europäische Kreislaufwirtschaftspaket, kurz CEP (Circular Economy Package).

GettyImages-477533042Europäischer Rat, Europäisches Parlament und Europäische Kommission wollen einheitliche Richtlinien und Berechnungsmethoden, um das Recycling zu verbessern und die Daten vergleichen zu können. Doch es ist schwer, die unterschiedlichen Interessen zu vereinen: Während die einen Mitgliedstaaten vorerst Haushaltsabfälle weiter deponieren wollen, sehen andere großes Potenzial im Recycling und in hochwertiger Verwertung.

Bis zum Jahr 2030 sollen alle EU-Mitglieder laut aktuellem CEP-Vorschlag 65 Prozent der Siedlungsabfälle verwerten, 75 Prozent der Verpackungsabfälle recyceln sowie höchstens zehn Prozent des Siedlungsabfalls deponieren. Diskutiert werden momentan Vorschläge zu sechs Gesetzen – darunter Richtlinien zu Elektro- und Elektronikabfällen, Altfahrzeugen und Batterien. Zudem geht es auch um das getrennte Sammeln von Bioabfällen und Textilien sowie um die generelle Abfallvermeidung.

Als erfahrener Akteur unterstützt der Grüne Punkt höhere Recyclingquoten und Ökodesign. Das Ziel ist eine echte Kreislaufwirtschaft, die in Produkten enthaltene Rohstoffe immer wieder nutzt, anstatt Abfall zu produzieren.

Gut für Umwelt und Wirtschaft
Mit dem Kreislaufwirtschaftspaket sind große Hoffnungen verbunden: Es soll die Ressourcenproduktivität steigern, zwei Millionen neue Arbeitsplätze schaffen und die Umwelt entlasten. Um das europaweit zu erreichen, braucht es verbindliche politische Vorgaben – und zugleich Anreize für Unternehmer, ihre Produkte nachhaltig zu gestalten, um Abfälle zu vermeiden.

Außerdem arbeitet die Europäische Kommission an einer Kunststoffstrategie, die diesen Rohstoff verstärkt in den Kreislauf zurückführen soll. In diesem Zusammenhang kündigte die Kommission an, die Gesetzgebung zu Verpackungen mit Lebensmittelkontakt zu überarbeiten und Regelungen zum Einsatz von Rezyklaten zu treffen. Das könnte dem Kunststoffrecycling neue Perspektiven eröffnen.

Weitere europaweite Ziele

  • Weniger Deponien bis 2030
  • Einheitliche Definitionen und Berechnungsmethoden für Recyclingquoten
  • Förderung der Wiederverwendung
  • Ökonomische Anreize für Ökodesign