Verpackungen aus Kunststoff retten Lebensmittel und schonen auch so die Umwelt

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Ulf Kelterborn ist Hauptgeschäftsführer der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e. V.

Kunststoffverpackungen verbrauchen zwar Ressourcen – doch der Schaden für Mensch und Umwelt ist viel größer, wenn Lebensmittel nicht angemessen verpackt werden und daher verderben.

Fast neun Milliarden Menschen leben auf dieser Erde und ihre Zahl nimmt weiter zu. Das macht die Versorgung mit Nahrungsmitteln immer komplexer. In diesem Zusammenhang beschäftigt das Thema Save Food, also Nahrungsmittel vor dem Verderb zu schützen, Regierungen wie auch Ernährungsorganisationen weltweit.

Und die Fakten sind beängstigend. Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO verrotten weltweit 1,3 Milliarden Tonnen Nahrungsmittel jährlich, auch weil geeignete Verpackungsmaterialien fehlen. In Schwellenländern leidet deshalb die Bevölkerung teilweise Hunger. Allein in den europäischen Haushalten werden jährlich 70 Millionen Tonnen nicht mehr genießbarer Lebensmittel weggeworfen. Ihre Neubeschaffung ist nicht nur ein ökonomischer Schaden für den Verbraucher, sondern belastet auch die Umwelt.

Die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch erzeugt circa 14 Kilogramm CO2 – wird dieses Fleisch ungenießbar, weil die Verpackung keine ausreichende Haltbarkeit gewährleistet, dann belasten 14 Kilogramm CO2 umsonst die Atmosphäre. Für eine gute Fleischverpackung aus Kunststoff werden dagegen gerade mal circa 200 Gramm CO2 freigesetzt. Der CO2-Ausstoß bei einem Kilogramm Rindfleisch liegt gegenüber der Kunststoffverpackung also um das 70fache höher.

Moderne Verpackungen aus Kunststoff verlängern die Haltbarkeit der Lebensmittel und bewirken damit, dass weniger weggeworfen werden muss. Das bestätigen auch aktuelle Forschungen wie die denkstatt-Studie aus dem Jahr 2015. Die Studie hat festgestellt, dass zum Beispiel Äpfel und Gurken, die in Folien aus Polyethylen verpackt sind, länger frisch bleiben und weniger Feuchtigkeit verlieren.

Natürlich müssen Verpackun­gen nach ihrem Gebrauch ordnungsgemäß entsorgt werden. In Deutschland existiert schon seit vielen Jahren ein flächendeckendes Entsorgungs- und Recyclingsystem mit ordentlichen Recyclingquoten. Die Verbraucher haben die Möglichkeit, ihre Kunststoffverpackungen im Gelben Sack oder der in Gelben Tonne ordnungsgemäß zu sammeln. Wenn jeder mitmacht, landen keine Verpackungen in Flüssen, Seen oder Meeren.

Andere Länder haben hier noch einen erheblichen Nachholbedarf. Insbesondere im asiatischen Raum landet ein Großteil der Abfälle nach wie vor im Meer, weil geeignete Sammel- und Verwertungssysteme fehlen.

„Marine Litter“ entwickelt sich dadurch immer mehr zu einem globalen Problem. Hier muss zukünftig gemeinsam mehr getan werden, um Fortschritte beim Meeresschutz zu erzielen. Die deutschen Kunststoffverpackungshersteller unterstützen schon einige konkrete Projekte in den betroffenen Ländern.