Liebe Leserinnen und Leser,

270717Wiener_DSD_189_WEBdie Bundesregierung hat sich im Rahmen des Klimaschutzabkommens von Paris zu ehrgeizigen Zielen verpflichtet, den Treibhausgasausstoß Deutschlands drastisch zu reduzieren und ab 2050 sogar weitgehend treibhausgasneutral zu wirtschaften. Das heißt, dass wir ab diesem Zeitpunkt nicht mehr Treibhausgase ausstoßen, als auf natürlichem Wege wieder absorbiert werden.

Die Kreislaufwirtschaft leistet dazu einen enorm wichtigen Beitrag. Weitere erhebliche Potenziale könnten realisiert werden, vor allem indem wir das Recycling weiter ausbauen. Denn jedes Kilogramm unserer Kunststoffrezyklate, das neuen Kunststoff ersetzt, spart bis zu 0,9 Kilogramm CO2. Wenn wir die Klimaschutzziele erreichen und unseren Kindern eine lebenswerte Umwelt hinterlassen wollen, bleibt uns nichts anderes übrig, als endlich eine echte Kreislaufwirtschaft umzusetzen. Und das bedeutet, Rohstoffe immer wieder zu nutzen, anstatt Abfall in Müllverbrennungsanlagen oder gar auf Mülldeponien zu beseitigen.

Das neue Verpackungsgesetz, das im Juli 2017 nach vielen Jahren zäher Diskussion verkündet
wurde, ist dazu ein erster Schritt, denn es schreibt deutlich höhere Recyclingziele gerade für Kunststoff vor. Nimmt man alle Maßnahmen aus dem Gesetz zusammen, so wird sich die Menge an Kunststoffen aus dem Gelben Sack und der Gelben Tonne, die recycelt wird, bis 2022 mehr als verdoppeln. Es wäre sogar noch mehr möglich, denn auch in Zukunft wandern wertvolle Kunststoffe in die Müllverbrennung, weil sie keine Verpackung sind. Warum der leere Farbeimer recycelt werden darf, der kaputte Putzeimer aber nicht, ist dem Verbraucher nicht zu vermitteln – technisch und ökologisch ist es ohnehin unsinnig.

Der Grüne Punkt wird sich weiter für vernünftige Lösungen einsetzen – so ist auch mit dem
Verpackungsgesetz die Einführung von Wertstofftonnen auf kommunaler Ebene denkbar. Für
die Kommunen ist das die Chance zu zeigen, wie ernst es ihnen mit dem Recycling ist. Sie
bekommen durch das neue Gesetz mehr Mitwirkungsrechte beim Wertstoffrecycling – es bleibt zu hoffen, dass sie diese verantwortungsvoll und im Sinne ihrer Bürger und der Umwelt nutzen.

Mit mehr Recycling und einer Wertstofftonne könnten wir auch international einmal mehr
Maßstäbe setzen. Die Europäische Union will die Deponierung von Siedlungsabfällen begrenzen und möglichst ganz einstellen – das ist in Deutschland schon seit über zehn Jahren umgesetzt. Deutschland ist auf vielen Gebieten Technologieführer und das ist ein wichtiger Grund für unseren Erfolg. Wir sollten auch beim Thema Recycling weiter vorangehen, denn das stärkt den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Ihr
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Michael Wiener
CEO der Duales System Holding