Ist das Kunst oder kann das weg?

Kunstmaler gelten als feinfühlig und haben einen eigenen Blick auf die Dinge. Vielleicht ist es das, was den Briten Steve Trott dazu bewogen hat, den Pinsel wegzulegen und stattdessen das Vorzeigeprojekt „Eco World“ zu schaffen.

Steve-Trott-bio-picKenia ist nicht nur für Menschen aus der sogenannten „Ersten Welt“ ein beliebtes Reiseland – Müll aus vielen anderen Staaten taucht ebenfalls oft an den Traumstränden auf. Er nimmt den Delfinen, von denen hier besonders viele Arten leben, den Lebensraum. Steve Trott will sie schützen. Und nicht nur sie.

Als Development Manager ist er im Watamu Marine National Park fast täglich auf dem Wasser, beobachtet, wie sich die Natur verändert. Er stößt ständig neue Projekte an, will den Einheimischen helfen, langfristige Verdienstmöglichkeiten zu finden, ohne ihr Land zu zerstören. Der Liverpooler war 15 Jahre lang selbstständiger Maler, bevor er mit Mitte 30 einen ganz anderen Weg einschlug und Meeresbiologie studierte. Nach Aufenthalten in Griechenland und Costa Rica kam er nach Kenia.

Plastic-pollution-threat-to-beaches-and-marine-lifeWertvoller Abfall
„Alles begann mit einem Spaziergang, bei dem mir auffiel, wie verdreckt der Strand in Watamu war, der als einer der schönsten des Landes gilt“, sagt Steve Trott. „Nicht ärgern, machen, dachte ich mir da und sammelte mit Anwohnern den Müll ein.“ Inzwischen säubern 22 Kenianer regelmäßig den Strand. Doch wohin mit all den Plastikflaschen, Chipstüten und einzelnen Flip-Flops? In seiner „Eco World“ im Dorf Dabaso sortieren zwei Recycler den Müll nach Farben und schreddern ihn. Jedes Kilogramm Plastik bringt im nahegelegenen Mombasa etwa 28 Cent. Daraus werden beispielsweise neue Zaunpfähle. Verkauft werden auch kleine Figuren und Bilder, die aus dem Abfall entstehen. Das sichert sieben Künstlern ein kleines Einkommen. Überall werden Rohstoffe gespart: Gekocht wird in dem Recyclingzentrum mithilfe von Methangas, das durch Kuhdung entsteht. Gleich nebenan steht ein Haus, dessen Wände aus Glas- und Plastik­flaschen gebaut wurden. Stabilisierend und inspirierend.

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Bildung hilft
Nicht nur für die Natur, auch für den Nachwuchs hat der bescheidene Brite ein großes Herz: Trott setzt sich gegen den Missbrauch von Kindern ein, denn noch immer werden Mädchen in Kenia von ihren Eltern sehr jung verheiratet oder von Touristen missbraucht. Außerdem will er ihre Bildung voranbringen, denn die ist in dem armen Land auf einem niedrigen Niveau. Schüler lernen von ihm, wie sie Briketts aus Blättern und Altpapier herstellen. Ein Maler mit vielen Talenten, der sein Wissen gerne weitergibt und in allem ein Kunstwerk sieht.